Systemische Aufstellungen und körperorientierte Prozessarbeit


Ich biete systemische Aufstellungsarbeit im Gruppen- und Einzelsetting in Kombination mit körperorientierter Prozessarbeit an.

Aktuell erweist sich in meiner Praxis der Ansatz der Identitätsorientierte Psychotraumatologie nach Franz Ruppert und sein Aufstellungsformat Traumaaufstellungen, das Aufstellen des Anliegensatzes in Kombination mit den körperorientierten Methoden Somatic Experiencing (SE) nach Peter A. Levine, der verfeinerten Form von SE nach Raja Selvam und Focusing nach Eugene Gendlin als höchst erfolgreich.


Was ist ein Trauma?
Ein Trauma ist "... ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt.“ (Fischer und Riedesser, 1999, S. 79)
Im Sinne der Mehrgenerationalen Psychotraumatologie nach Franz Ruppert liegt ein Trauma vor, wenn nach einem Erlebnis eine dauerhafte Spaltung in der Psyche eines Menschen zu beobachten ist. Die auf Vermeidung, Kontrolle und Kompensation ausgerichteten Traumabewältigungsprozesse ziehen körperliche Erkrankungen, psychische Störungen und Verstrickungen im sozialen Bereich nach sich.

Was sind mögliche Ursachen für ein Trauma?

Im Sinne der Mehrgenerationalen Psychotraumatologie:
• das Erleben von lebensbedrohlichen Situationen, z.B. Krieg, schwerer Unfall (Existenztrauma)
• der Verlust oder die Trennung von Personen, zu denen eine seelische Bindung besteht, z.B. Frühgeburt im Brutkasten, früher Tod der Mutter (Verlust-Trauma)
• die Zurückweisung und Ablehnung einer Person durch ein System, in dem diese lebt (Bindungstrauma)
• schwerwiegende Vorfälle in einem System von Bindungsbeziehungen, etwa sexueller Missbrauch, Inzest, Mord etc. innerhalb einer Familie (Bindungssystemtrauma - Liebestrauma)
Je nach Alter der betroffenen Person kann schon ein - aus Sicht eines Erwachsenen - minimales Ereignis schwer traumatisierend sein.

Im Sinne der prä-, peri- und postnatalen Psychotherapie:
In unseren Ursprungserfahrungen und darüber hinaus liegen zentrale Prägungen für unser weiteres Leben. Empfängnis, Einkörperung-Einnistung, der Augenblick als unsere Eltern entdeckten, dass sie mit uns schwanger sind, unser weiteres Erleben im Mutterbauch, die Geburt und die ersten Stunden, Tage und Wochen danach sind Ursprungserfahrungen, die unser weiteres Beziehungs-Leben grundlegend formen.
All das sind Erfahrungen, die uns in einer Zeit großer Verletzbarkeit und begrenzter Selbstbestimmung treffen. Diese frühesten Erfahrungen reichen tief in unseren Körper und unsere Psyche.

Was bringt die Einbeziehung des Körpers?
Nach meiner Erfahrung ist die Arbeit "im Körper" unentbehrlich. Die Bildung von expliziten Erinnerungen an das traumatische Erlebnis wird durch dieses selbst oft blockiert. Solche Erinnerungen sind jedoch gar nicht nötig, da Körper und basale Hirnstrukturen implizite Erinnerungen ("Körpererinnerungen") bilden. Diesen Umstand nutzen auch die Methoden Somatic Experiencing und Focusing. Im Verlauf der Prozesse treten typischerweise Körperreaktionen auf, wie z.B. Trauer, Wut, Übelkeit, Druck, Enge, Kälteschauer, Schweißausbrüche, Unruhe, Ansätze von Bewegungen etc. Die Einbeziehung dieser Signale hilft wesentlich, das Trauma in seiner gesamten Tiefe erfassen zu können. Denn der Körper war und ist immer dabei, oder auch:

"Der Körper erinnert sich" (Babette Rothschild)
"Der Körper kennt den Weg" (Johannes Schmidt)
"Sprache ohne Worte" (Peter A. Levine)

Was kann ich von der Arbeit erwarten?
Das körperorientierte Aufstellen des Anliegens kann helfen, Unbewusstes und verdrängte Lebenserfahrungen ins Bewusstsein und blockierte Gefühle zum Fließen zu bringen, um dadurch psychische Spaltungen Schritt für Schritt zu integrieren. Die Arbeit trägt dazu bei, sich aus symbiotischen Verstrickungen zu lösen und Übernommenes zurück zu geben. Eine neue Qualität seelischer Stabilität, Gesundheit, Vitalität, Lebensfreude, Bindungsfähigkeit und Autonomie wird erreichbar.
Das körperorientierte Aufstellen Ihres Anliegens gewährleistet, dass diese Arbeit immer in Ihrem Tempo UND auch in Ihrem Körper voranschreitet, wodurch Heilung in der Tiefe oft erst möglich wird und ein sehr hoher Schutz vor Retraumatisierung besteht.

Ich freue mich darauf, Sie mit dieser wunderbaren Arbeit begleiten zu dürfen!